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Von Wegen Lisbeth – Grande

Source: http://www.hannover-concerts.de

Wenn wir jetzt Funken schlagen explodiert der ganze Laden. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Grande, so heißt das Album des Jahres 2016 der fünf Berliner Von Wegen Lisbeth. In den frühen 00er Jahren gründete sich die Kapelle um Matze (Gitarre/Gesang), Doz (Gitarre), Julian (Bass), Robert (Synthie) und Julian (Schlagzeug).Anfänglich spielten sie noch Punkrock, doch als sie herausfanden, dass Mädchen lieber zu Ska tanzen, wurde musikalisch auf deutschsprachigen Indiepop umgesattelt.

Keine Angst. Sie wurden jetzt nicht zur Steglitzer Variante von Reinhard Mey Kantereit, aber die Kölner Schmuserocker spielten doch eine wichtige Rolle für den Aufstieg Von Wegen Lisbeths. Denn AnnenMayKantereit waren es, die sie 2014 mit auf Tour nahmen und so einem größeren (vorallem weiblichen) Publikum bekannt machten. Ursprünglich studierten alle Mitglieder noch Architektur, Filmmusik, Mathematik, Elektrotechnik oder Mediengestaltung , doch als der Erfolg größer wurde, musste hier eine Pause eingelgt werden. 2014 kam die EP Und plötzlich der Lachs heraus, auf dem auch mir die grandiose Musik der Berliner mit dem wunderbar instagram-low-carb-selfie-Wahn-Song Sushi begegnete. Gutes Selbstmarketing konnten sie dann auch bei ihrer ersten eigenen Tour Ende 2015 betreiben.

Seitdem ich dann Von Wegen Lisbeth im Sommer auf dem Appletree Garden Festival gesehen habe, lief ihr gleichzeitig herausgekommenes Debütalbum Grande in meiner Heavy Rotation hoch und runter. Die Texte zwischen bitterer Ironie, Großstadtmelancholie, trivialen Alltagssituationen und gut beobachteter Gesellschaftskritik – und natürlich immer über Mädchen regen zum schmunzeln und nachdenken an. Aber auch die musikalische Vielschichtigkeit mit dem ein oder anderen elektronischen Gadget sind ganz großes Kopfkino. Aber hört selbst:

Im Opener Meine Kneipe brüllt die Band die Parole raus „Mach, was du willst, aber bring nie wieder deine neuen Freunde in meine Kneipe.“

Im Lovesong Bitch heißt es: „Bitch, ich bin für dich den ganzen Weg gerannt.“ Diese Nummer ist mit dem peitschenden Indierhythmen zugleich das Highlight des Albums. Den Refrain kriegt man niemals wieder  nicht aus dem Kopf raus.

Schließlich und als letzte Single veröffentlicht, die wohl tanzbarste Nummer von Grande: Wenn du tanzt. Denn: Dass diese Welt nicht zusammenfällt liegt nur allein an deinen Beinen.