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Fortuna Ehrenfeld – Ein analoges Mädchen

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Wer heute noch en vogue ist, wer heut was auf sich hält, liebt ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt. Wahre Worte und treffende Kernaussage von Ein analoges Mädchen, einem Song, der mich mit seinen tollen Lyrics und seinem hypnotischen Beat bereits das ganze Jahr vehement verfolgt. Stammen tut er aus der Feder von Fortuna Ehrenfeld. Nein, das ist weder eine Theken-Fußballmannschaft und hat auch sonst keinen Bezug zum ehemaligen Arbeiterstadtteil Ehrenfeld in Köln. Stattdessen steckt dahinter ein Trio um den Komponisten, Texter, Producer und Multiinstrumentalisten Martin Bechler, welches wenig überraschend zugibt: „Das ganze virale jeschisse und einpflegen und tralala geht uns auf den SACK„. Zusammen mit dem Schweizer René Tinner, der unter anderem Can und Lou Reed produzierte, hat er ein Album zwischen Singer-Songwriting und Electro namens Das Ende der Coolness Vol. 2 herausgebracht. Ein Anfang ist gemacht.

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Teleman – Düsseldorf

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Put on, put on your favorite song, the girl from Düsseldorf has gone. Teleman wurden 2012 als Nachfolgeband von Pete and the Pirates in London gegründet. Ihr Bandname fiel ihnen ein, als sie ein Album des deutschen Barock-Komponisten Georg Philipp Telemann in einem Secondhandladen gesehen haben. Noch mehr Referenzen nach Deutschland weisen sie mit dem Song Düsseldorf auf, der Leadsingle ihrer zweiten LP Brilliant Sanity, die via dem hypen New Yorker Label Moshi Moshi released wurde. Geschrieben wurde der Track eben in Düsseldorf als Teleman zusammen mit Metronomy auf Tour waren. Sänger Tom singt über diesen Aufenthalt und das melodiöse Britpop-Stück flirtet auch ein wenig mit Kraftwerk & Krautrock.

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Metronomy – Old Skool

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Wohin du gehst sagst du nicht mehr. Vielleicht schmeißt du ja mit deinen neuen Freunden ne Party. So ne richtige Erwachsenenparty im 70er Charme mit Disco im Wohnzimmer, Häppchen und leckeren Lachsdips, sowie einem wilden Lockengelöt auf der Tanzfläche. Ich glaub da komm ich auch schnell hin! Kein Quatsch: Im Interview beschreibt Joseph Mount, das Mastermind hinter Metronomy, das neuste Album Summer 08 als eine Platte, welche die verblassenden Erinnerungen an das Jüngersein und der Zeit, als er noch in Clubs ging, einfängt und sie mit dem Selbstvertrauen reflektiert, was ihm zu der Zeit fehlte. Mount ist inzwischen 34, lebt mit seinem Sohn in Paris, wo er auch die neuste Metronomy LP komplett alleine aufnahm und es im geistigen Anschluss an ihr Breakthrough-Album Nights Out (2008) ansieht. Erster Single daraus war Old Skool, mit dabei im Video ist etwa Ben Crompton (einer der Nachtwache bei Game of Thrones) und Scratches von Mix Master Mike von den Beastie Boys.

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Filous – Feel Good Inc. (ft. LissA)

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Windmill, windmill for the land. Turn forever hand in hand. Damon Albarns Sinn für Ironie blitzte bereits 1997 auf, als Blurs größter Hit Song 2 (woo-hoo) herauskam, der als Parodie auf Grunge konzipiert war. Ähnlich erging es ihm und seinem Mitbewohner, dem Comiczeichner Jamie Hewlett, 1998 als sie gemeinsam MTV (ja das hat man damals anstatt Netflix gemacht) schauten und ihnen die Austauschbarkeit der gezeigten Künstler missfiel: „if you watch MTV for too long, it’s a bit like hell – there’s nothing of substance there. So we got this idea for a cartoon band, something that would be a comment on that“. Dies galt als Geburtsstunde der virtuellen Pop-Band Gorillaz. Die Charaktere der Band sollten dabei alle gängigen Klischees bedienen und es entstanden aus der Feder von Hewlett vier Zeichentrickfiguren: Der Punk als Bandleader (2D), ein Altrocker als Bassist (Murdoc), eine flippige Asiatin an der Gitarre (Noodle) und der gutmütige Hüne am Schlagzeug (Russel). Im Song Feel Good Inc. ihres zweiten Albums Demon Days von 2005 durfte man dann neben den Vocals von De La Soul und den sich um Isolation und Eskapismus bewegenden Lyrics eines ihrer ausgewöhnlichen Videos bewundern. Zeit die Nummer wiederzuentdecken hat der 19-jährige österreichische Produzent Filous gefunden. So verwandelte er mit gesanglicher Unterstützung der Bonnerin LissA die melancholische neo-hip hop Nummer in eine lässige und entspannte Electro-Ballade. Übrigens: Die Anzeichen verdichten sich dass es dann im nächsten Jahr auch endlich wieder ein neues Album der Gorillaz geben wird.

 

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Glass Animals – Life Itself

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She said I look fat but I look fantastic. How to Be a Human Being? Keine schlechte weil essentielle Frage und deshalb auch gar kein verkehrter Albumtitel den sich die Glass Animals da ausgedacht haben. Die ersten beiden Singles Youth und Life Itself klingen eher nach New York, LA oder Sydney, als nach ihrer britischen Heimat Oxford und Indietronic / Alternative R’n’B sind wohl die passenden Genrebezeichnungen des Nachfolgers der 2014er LP ZabaLife Itself ist über einen Außenseiter, der einfach nicht in die Gesellschaft passt und deshalb „spends more time alone in his own head, getting stranger, and it becomes an awful cycle of doom.“ Knifflig. So haben es die Glass Animals auch für die weiteren 10 Tracks des Albums gemacht: Pro Song ersann Sänger Dave Bayley einen Charakter, dessen Geschichte er erzählt. Grundlage der Storys waren dabei zahlreiche Telefonate, die sie während ihrer Tour geführt und mitgeschnitten haben.

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Poolside – And The Sea

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I’m goin‘ so fast that I can’t slow down. Entspannung ist angesagt, wenn Filip Nikolic und Jeffrey Paradise aka Poolside Mezcal trinkend am Poolrand abhängen und sich eine frische Brise Pazifikluft um die Nase wehen lassen. Daytime Disco nennen die beiden LA-Boys ihrer Sound den sie uns zuletzt mit And The Sea kredenzt haben und der die grauen Tage etwas heller erscheinen lässt. Bei dieser Gelegenheit sollte man sich auch mal ihr tolles Cover zu Harvest Moon von Neil Young schmecken lassen.

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Faber – Alles Gute

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Wenn du dann am Boden bist, weißt du, wo du hingehörst. Wenn du ganz alleine bist, weißt du, dass du es noch so lange sein wirst. Und alles jut? Andressierte Höflichkeitsfloskeln sind nicht die Sache Fabers und wir reden hier jetzt nicht vom Protagonisten aus Max Frischs Roman Homo Faber. Wobei der sicherlich auch etwas übrig gehabt hätte für die melancholisch-böse Wandergitarrenlastigkeit vorgetragen mit rauchiger Stimme und Bläsern des Zürcher Singer-Songwriters Faber. Alles Gute heißt so eine grandiose Nummer von Faber, zu finden auf seiner zweiten EP Abstinenz (tolles Cover), bei dem der Schweizer seine Sympathie für charmante Verlierer und tragische Geschichten offenbart.

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ABAY – 1997 (Exit A)

http://abay.me/gallery/

I’m losing it all again. 14 Jahre lang hat Sänger Aydo Abay seine Stimme den Koblenzer Kritikerlieblingen & Alternativrockern von Blackmail geliehen. 2008 war dann Schluss für ihn und es begann seine Solokarriere, zunächst mit dem Projekt Ken und vier hörenswerten Alben. Nachdem Abay Jonas Pfetzing, Gitarrist von Juli, in einem Berliner Späti kennengelernt hat und dieser sich als Blackmail-Fan zu erkennen gab, entstand ihr neues Projekt Abay 2014. Das Duo mit Band hat dann schließlich in diesem Jahr ihr Debüt Everything Is Amazing And Nobody Is Happy herausgebracht, und beglücken uns hier mit der zweiten Singleauskopplung 1997 (Exit A). In dem dazugehörigen Clip – die Musik erinnert nicht nur an The Cure, sondern auch an 90er-Jahre Indierock à la Ash – ist dann ein sich betrinkender und tanzender Axel Prahl zu bewundern …

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Kings Of Leon – Waste A Moment

Source: http://www.billboard.com

Take the time to waste a moment. Durchgeatmet haben die drei Brüder Caleb, Nathan und Jared Followill und ihr Cousin Matthew mit ihrer Band Kings of Leon und nun erscheint nach dreijähriger Albumpause ihre neue Platte WALLS. Nötig war dies auch, nachdem sie die letzten Jahre zu einer der ganz großen Pop-Weltstars avancierten. Angefangen haben die Wanderprediger-Söhne aus Nashville 2003 mit dem roughen Youth & Young Manhood-Album (siehe den Vergleich). 2008 waren sie dann schließlich mit ihrer vierten LP „Only By The Night“ Nutznießer des sogenannten „U2-Effekt“ – der Aufstieg einer Indie- zu einer Mainstream-Kapelle – und wurden mit Use Somebody und Sex on Fire auch für die breite Masse interessant. Immerhin haben sie nach ihrem Mega-Erfolg selbstrefletierend erkannt „Du setzt dich selber so unter Druck, nur um den Moment anhalten zu lassen, dass wir im Studio eine echt beschissene Zeit hatten. Einen eigenen Hit zu jagen und zurückliegenden Erfolg noch einmal zu erreichen? Keine gute Basis.“ Ihr inzwischen siebtes Album bedeutet allerdings jetzt keine Abkehr von ihrem Erfolgsweg – erstmalig erreichten sie #1 der US-Albumcharts –  ein Beleg für ihr Hitpotential ist Waste A Moment als erster Auskopplung der neuen LP allemal.

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Nick Waterhouse – Never Twice

Source: http://alarm-magazine.com/

But I’ve got to think twice. Before I give my heart away. Mehr als zweimal sollte man sich aufjedenfall das neue Album Never Twice von Nick Waterhouse zu genüge führen. Danach wird man (sehr wahrscheinlich) feststellen: Ziemlich lässig. Kein Wunder, stammt der Urheber dieses Werkes – der 30-jährige Nick Waterhouse – schließlich aus dem Heimatstaat der Coolness: Kalifornien. Genauer gesagt ist er aufgewachsen in Huntington Beach, bekannt für Ultimate Fighting, Sonnenstudios und Surfen und jetzt eben auch für retroesken Rock & Roll. So nimmt er uns auf seiner dritten LP Never Twice wieder mit auf eine musikalische Zeitreise durch die 50er und 60er und schließlt nahtlos da an, wo die Vorgänger Time’s All Gone (2012) und Holly (2014) diese neue Reise begonnen haben.