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Bilderbuch – Bungalow

Source: http://www.mucbook.de/2016/01/27/mucbook-praesentiert-schick-schock-die-jungs-von-bilderbuch-sind-zurueck/

Dann rufst du an auf meinem Handy und da bist du wieder candy. Mit Bungalow schenken uns die an Lässigkeit kaum zu überbietenden Bilderbuch den ersten Hit ihres kommenden Albums Magic Life. Sänger Maurice räkelt sich an der Stange und pflegt dabei einmal mehr sein Gigolo-Image und dazu kommen wiedermal ultrafunkadelice Sounds des Wiener Quartetts. Nach ihrem Debüt-Album Nelken & Schillinge (2009) und dem Nachfolger Die Pest von Piemont (2011) gelang den feschen Össis mit Schick Schock 2015 – einhergehend mit einer Soundänderung – der endgültige Durchbruch. 2016 kündigten Bilderbuch dann nach langer Tour eine neue LP mit dem Titel Magic Life an, die am 17. Februar 2017 herauskommt. Vorab erschienen sind bisher Sweetlove, I Love Stress, Erzähl Deinen Mädels Ich bin wieder in der Stadt und jetzt eben das famose Bungalow.

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Von Wegen Lisbeth – Grande

Source: http://www.hannover-concerts.de

Wenn wir jetzt Funken schlagen explodiert der ganze Laden. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Grande, so heißt das Album des Jahres 2016 der fünf Berliner Von Wegen Lisbeth. In den frühen 00er Jahren gründete sich die Kapelle um Matze (Gitarre/Gesang), Doz (Gitarre), Julian (Bass), Robert (Synthie) und Julian (Schlagzeug).Anfänglich spielten sie noch Punkrock, doch als sie herausfanden, dass Mädchen lieber zu Ska tanzen, wurde musikalisch auf deutschsprachigen Indiepop umgesattelt.

Keine Angst. Sie wurden jetzt nicht zur Steglitzer Variante von Reinhard Mey Kantereit, aber die Kölner Schmuserocker spielten doch eine wichtige Rolle für den Aufstieg Von Wegen Lisbeths. Denn AnnenMayKantereit waren es, die sie 2014 mit auf Tour nahmen und so einem größeren (vorallem weiblichen) Publikum bekannt machten. Ursprünglich studierten alle Mitglieder noch Architektur, Filmmusik, Mathematik, Elektrotechnik oder Mediengestaltung , doch als der Erfolg größer wurde, musste hier eine Pause eingelgt werden. 2014 kam die EP Und plötzlich der Lachs heraus, auf dem auch mir die grandiose Musik der Berliner mit dem wunderbar instagram-low-carb-selfie-Wahn-Song Sushi begegnete. Gutes Selbstmarketing konnten sie dann auch bei ihrer ersten eigenen Tour Ende 2015 betreiben.

Seitdem ich dann Von Wegen Lisbeth im Sommer auf dem Appletree Garden Festival gesehen habe, lief ihr gleichzeitig herausgekommenes Debütalbum Grande in meiner Heavy Rotation hoch und runter. Die Texte zwischen bitterer Ironie, Großstadtmelancholie, trivialen Alltagssituationen und gut beobachteter Gesellschaftskritik – und natürlich immer über Mädchen regen zum schmunzeln und nachdenken an. Aber auch die musikalische Vielschichtigkeit mit dem ein oder anderen elektronischen Gadget sind ganz großes Kopfkino. Aber hört selbst:

Im Opener Meine Kneipe brüllt die Band die Parole raus „Mach, was du willst, aber bring nie wieder deine neuen Freunde in meine Kneipe.“

Im Lovesong Bitch heißt es: „Bitch, ich bin für dich den ganzen Weg gerannt.“ Diese Nummer ist mit dem peitschenden Indierhythmen zugleich das Highlight des Albums. Den Refrain kriegt man niemals wieder  nicht aus dem Kopf raus.

Schließlich und als letzte Single veröffentlicht, die wohl tanzbarste Nummer von Grande: Wenn du tanzt. Denn: Dass diese Welt nicht zusammenfällt liegt nur allein an deinen Beinen.

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Day Wave – Wasting Time

Source: https://www.facebook.com/daywavemusic

I’m wasting all my time. Ein ähnliches Motto hatte ja zuletzt bereits eine andere amerikanische Musikkapelle in der Schnurrbartgalaxie zum Besten gegeben. Oder wie Daniel Radcliffe sagen würde: „Man kann niemals zu viel Nichtstun“. Oder so ähnlich. Day Wave, hinter dem sich der 26-Jährige Kalifornier Jackson Philips versteckt, sieht das in Wasting Time ganz ähnlich. Mit seinem neusten Track feiert er dabei sein Signing bei Harvest Records und kann sich eine weitere Feder in seine Dream-Pop-Krone stecken. Wer den jungen US-Boy Day Wave schon vergessen hat, sollte sich nochmal sein grandioses Come Home Now aufwärmen.

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Hayden James – Just A Lover

Source: http://www.futureclassic.com.au

In my heart, you were just a lover. Es könnte so einfach sein, denkt und singt Hayden James in seinem neusten Track Just A Lover, den uns der Australier bereits im Frühsommer via Future Classic serviert hat. Hayden James? Genau, dass war der Typ aus Sydney, der uns bereits vor 2 Jahren mit dem grandiosen Something About You und seinem zeitgemäßen und tanzbaren deep groove umgehauen hat. Jetzt also erneut und das auf eine charmant-coole Weise. Achtet mal auf das Piano am Ende .. irgendwie schön, oder?

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I Heart Sharks – Walls

Source: http://read.tidal.com/article/i-heart-sharks-fast-wie-schokolade

This is our house. Let’s make it a home. I Heart Sharks sind mit der tollen Indiedance-Nummer Walls, an der sie vier Jahre geschrieben haben, zurück auf der Tanzfläche und haben direkt mal ihr drittes Album Hideaway mitgebracht. Die Geschichte hinter der Band liegt diesmal wieder im Club, als 2007 drei jungen Männern im Berliner Berghain die Idee kam, Synthies und Gitarrenriffs miteinander zu verknüpfen. Gesagt getan und mit ihrem Hit Neuzeit und im Gefolge von Bands wie Two Door Cinema Club oder den Friendly Fires waren sie nun selber die Protagonisten im Indieclub um die Ecke.

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HONNE & Izzy Bizu – Someone That Loves You

http://asialive365.com/honne-explosions-sky-wanderland-2017/

Honne und Tatemae beschreiben zwei Phänomene der japanischen Gesellschaft. Honne bezieht sich auf die wahren Gefühle und Wünsche. Diese können bei einer Person auch entgegengesetzt zu dem sein, was gesellschaftlich erwartet wird. Folge ist, dass diese Wünsche häufig verborgen werden. Stattdessen setzt man Tatemea ein. Eine Maskerade in der Öffentlichkeit, die eben den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen versucht. Dies wird oft durch Lächeln oder eine bewusst ausdruckslose Mimik maskiert. So viel zur japanischen Kulturanalyse, mit der sich ganz offensichtlich auch HONNE, ein Electro-Soul-Duo aus London, auseinandergesetzt haben. James Hatcher und Andy Clutterback lernten sich mal nicht im Club sondern an der Uni kennen und schätzen. Als HONNE treten Andy, mit seiner markant-warmen Stimme und James, mit den weichen Beats, seit 2014 auf und wurden schnell via Youtube & Soundcloud zu Internetstars. In dieser Zeit bauten sie auch durch Reisen und längere Aufenthalte in Tokio eine innige Beziehung zu ihrer zweiten Heimat Japan auf. So verwundert es nicht, dass sie ein eigenes Label mit dem Namen Tatemae Recordings betreiben auf dem dann auch ihr Debütalbum Warm On A Cold Night herauskam. Zu finden ist hier auch, dass wunderschöne Liebeslied Someone That Loves You, das HONNE gemeinsam mit der britischen Sängerin Izzy Bizu eingespielt haben.

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WhoMadeWho – Hi & Low

Source: http://www.laturca.org/whomadewho-el-buen-indie-rock-viene-de-dinamarca/

Never going down. Oben ist meistens da, wo Jeppe Kjellberg, Tomas Barfod und Tomas Høffding sind. Seit 2005 sind die drei Kopenhagener als WhoMadeWho unterwegs und bereichern die elektronische Tanzmusik, auch in individuell weiteren Projekten, mit ihren einzigartigen musikalischen Gespür, Beats und Gesang. Grund genug, dass in diesem Jahr erstmalig die geschmackssichere 17. Auflage der Body Language Compilation von Get Physical, wo sie ja bereits Ember herausgebracht haben, von den drei Dänen abgemixt wurde. Eigens dafür haben sie ihren neusten Track Hi & Low, klar der ist inzwischen auch wieder 9 Monate alt, beigesteuert, der uns aber nach wie vor ziemlich umhaut.

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Rooney – Why (feat. SoKo)

Source: http://buzzbands.la/wp-content/gallery/rooney-teragram-kh/Rooney-9.jpg

Baby, Why you wanna do this? Warum-Fragen sind ja manchmal etwas heikel, weil sie oftmals einen Rechtfertigungszwang mit sich bringen. Rooney und SoKo ist das bei ihrem wunderbar fluffigen Indiepopsong Why ganz offensichtlich egal. Robert Schwartzman, der Mann hinter der Band aus LA und SoKo, die französische Sängerin und Schauspielerin, die inzwischen ebenfalls in Los Angeles lebt, sind auch privat befreundet und so wundert es nicht, dass sie sich als Ort des Musikclips Venice Beach herausgepickt haben. Fun Fact: Namensgeber der Indierocker ist nicht etwa Fußballer Wayne, sondern die Figur des Schulleiters Ed Rooney aus der 80er Highschool-Komödie Ferris macht blau. Bekannt wurden Rooney dann vor allem durch einen Auftritt in der Serie O.C. California und man erinnert sich sicherlich an ihre Hits I’m Shakin (2003) und When Did Your Heart Go Missing (2007). 2007 war auch das Jahr von SoKo, als sie mit ihrem durchklingenden französischen Akzent die Ansage an die neue Flamme ihres Ex-Lovers machte: I’ll kill her.

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Whitney – No Woman

Source: https://www.thelineofbestfit.com

I left drinking on the city train to spend some time on the road. Was ein Song! Vier Jahre nach dem Tod von Whitney Houston sorgt ihr Vorname erneut für Furore im Popzirkus. Whitney, ein Septett aus Chicago hat uns mit No Woman  eine der wunderbarsten Soul-Sunshine-Pop-Balladen geschenkt. Oder wie es im Guardian heißt: „the band is a think Bon Iver, with elements of folk and country, only given a Chicago soul makeover“. Kein Wunder also das auch Pitchfork Whitney und ihre Debütplatte Light Upon the Lake zum Best New Artist 2016 gekürt haben. Angefangen hat es mit Whitney in einer WG in Chicago mit den beiden ehemaligen Smith Westerns Mitgliedern dem Gitarristen Max Kakacek und dem Drummer Julien Ehrlich. Mittlerweile ist die Band auf der Bühne auf eine Siebener-Mannschaft angewachsen und man darf gespannt sein, wie es für sie weitergeht.

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Fortuna Ehrenfeld – Ein analoges Mädchen

Source: https://fortunaehrenfeld.wordpress.com

Wer heute noch en vogue ist, wer heut was auf sich hält, liebt ein analoges Mädchen in einer digitalen Welt. Wahre Worte und treffende Kernaussage von Ein analoges Mädchen, einem Song, der mich mit seinen tollen Lyrics und seinem hypnotischen Beat bereits das ganze Jahr vehement verfolgt. Stammen tut er aus der Feder von Fortuna Ehrenfeld. Nein, das ist weder eine Theken-Fußballmannschaft und hat auch sonst keinen Bezug zum ehemaligen Arbeiterstadtteil Ehrenfeld in Köln. Stattdessen steckt dahinter ein Trio um den Komponisten, Texter, Producer und Multiinstrumentalisten Martin Bechler, welches wenig überraschend zugibt: „Das ganze virale jeschisse und einpflegen und tralala geht uns auf den SACK„. Zusammen mit dem Schweizer René Tinner, der unter anderem Can und Lou Reed produzierte, hat er ein Album zwischen Singer-Songwriting und Electro namens Das Ende der Coolness Vol. 2 herausgebracht. Ein Anfang ist gemacht.